Zur Navigation (Enter) Zum Inhalt (Enter) Zum Footer (Enter)

Holzzeit

Graue Wolken aus über 3.000 gleichförmig ausgerichteten Steinbeilen verwandeln die Längsseite des großen Außstellungsraumes zur Jungsteinzeit in eine einzigartige Wandinstallation mit geradezu einschlagender Wirkung. Die Masse der präsentierten Beil-, Axt- und Dechselklingen lässt das Ausmaß der damaligen Holzverarbeitung erahnen und verbildlicht den massiven Eingriff des Menschen in seine Umwelt. Da sich Holz aufgrund seiner Vergänglichkeit nur in Ausnahmefällen erhalten hat, wird hier seine enorme Bedeutung für die jungsteinzeitlichen Gesellschaften indirekt fassbar. Allein für die verschiedenen neu entstandenen Siedlungen – Langhäuser, Brunnen, Zäune, Palisaden und vieles mehr – wird der Bedarf immens gewesen sein. Auch zahllose Geräte und Waffen waren erst durch eine Schäftung mit Holz in ihrer eigentlichen Funktion einsatzfähig.

Zu Beginn der Jungsteinzeit etablierte sich auch eine neue, verbesserte Technik der Steinbearbeitung: der Steinschliff. Geschliffene Werkzeuge aus Felsgestein waren wegen ihrer effektiven Hieb- und Spaltwirkung unentbehrliche Hilfsmittel bei Rodung und Holzbearbeitung.

Riesige Langhäuser

Es gibt selten Siedlungsbefunde auf Ausgrabungen, die so eindeutig einer archäologischen Kultur zuzuweisen sind wie die Langhäuser der Linienbandkeramik (ca. 5.500 bis 4.800 v. Chr.). Diesen Wohnhäusern liegt ein einheitlicher Bauplan zugrunde: Parallele Pfostenreihen und Außenwände aus Spaltbohlen und Flechtwerk bilden den Kern des vierschiffigen Hauses. Diese Bauten sind oft um die 40 Meter lang und 8 Meter breit und dienten wohl Großfamilien oder ganzen Familienverbänden als Unterkunft. Flankiert wird das typische Muster der Pfostenlöcher von Längsgruben, die zunächst bei der Gewinnung des lehmigen Wandverputzes entstanden, später aber der Ableitung von Regenwaser und der Müllentsorgung dienten – wahre Fundgruben für die Archäologie!

Zum Seitenanfang