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Naturwissenschaftliche Untersuchungen

Der Hortfund von Nebra ist wohl einer der naturwissenschaftlich am intensivsten erforschten archäologischen Fundkomplexe überhaupt. Die Untersuchungen begannen mit der Sicherstellung im Jahre 2002 und verliefen bis Ende 2007. Beteiligt waren viele anerkannte Forschungseinrichtungen. Sie umfassten die chemische und physikalische  Charakterisierung des Materials mittels Röntgenfluoreszenzanalyse, Synchrotron-RFA, Röntgendiffraktometrie, Computertomografie, Isotopen/Massenspektroskopie, Metallografie, Licht- und Rasterelektronenmikroskopie und vieles mehr.

Die Untersuchungen konzentrierten sich auf Fragen der Herstellungstechnik, der Herstellungsgeschichte, Fragen zu ›Echtheit‹ und Herkunft der Objekte und ihrer Rohstoffe.

Die Himmelsscheibe ist ein Werk der Schmiedekunst. Der Handwerker, der die Scheibe aus einem rohen Gußkuchen aus Weichbronze auf die Größe von 32 Zentimetern Durchmesser austrieb, hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch er wußte sich zu helfen, kannte bereits technologischen Kniffe, wie er sich das widerspenstige, zähe Metall gefügig machen konnte.

Mit Metalleinlagen versehen, stehen die Funde von Nebra auch in technologischer Hinsicht im mitteleuropäischen Raum nahezu einzigartig da.

Die Himmelsscheibe ist nicht in einem Arbeitsgang entstanden. Immer wieder wurde sie verändert, die verschiedenen Handwerkergenerationen hinterließen ihre jeweils eigene Handschrift auf dem Kultobjekt. Es sollte wohl immer wieder den veränderten rituellen Bedürfnissen und sich ändernden Weltbildern angepasst werden.

Der Hortfund von Nebra besteht aus ca. 4 kg Bronze und 50 g Gold: eine beachtliche Menge. Woher stammte das Material? Kupfervorkommen gibt es in der Region, doch die Forschungsergebnisse verweisen auf eine andere Quelle und einen ausgedehnten Fernhandel. Die Spuren gehen ins europäische Ausland, nach Österreich und England.

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