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Tagung

Regionen im Umbruch. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit den 1960er Jahren

Tagung vom 19. bis zum 21. Juni 2024 in Halle (Saale).

Industriell geprägte Wirtschaftsregionen in Deutschland erfuhren seit den 1960er und den 1990er Jahren tiefgreifende Wandlungen und Umbrüche. Diese wirtschaftlichen Krisen gingen mit regionalen Strukturwandelprozessen einher, die in zeitlich unterschiedlicher Intensität teilweise bis in die Gegenwart andauern. Im Mittelpunkt der Tagung steht der historische Vergleich dieser Prozesse in unterschiedlichen Regionen der DDR, der Bonner und der Berliner Republik sowie die Frage nach Transferprozessen zwischen diesen Wirtschaftsräumen. Wie wurden Strukturwandelprozesse in einer Region in anderen Regionen wahrgenommen? Wie veränderten sich solche Wahrnehmungen über die Zeit? Welche Formen der Erinnerung an industrielle Vergangenheiten führte zu welchen politischen Strategien des Strukturwandels? Wie gleichzeitig oder ungleichzeitig lief der Wandel in unterschiedlichen Regionen ab, gab es eine gemeinsame Zeit ›nach dem Boom‹ mit einer gemeinsamen Wahrnehmung von Wandel oder einer Erinnerung an eine allgemeine Umbruchsituation und Umbruchzeit? Wie fügen sich die Transformationsschocks der frühen 1990er Jahre in den sogenannten neuen Bundesländern in die lange Geschichte wirtschaftlichen Wandels in Deutschland ein und inwieweit entwickelten sich auch in den 1990er Jahren regionale Varianten des Umgangs mit Strukturwandel und Strukturbrüchen? Die Beiträge verbinden wirtschaftshistorische Perspektiven mit der Frage nach Akteuren und Handlungsfeldern sowie nach dem Wandel regionaler Selbstverständnisse und Geschichtskulturen. In der Gesamtschau eröffnet sich ein vergleichender Blick auf Deindustrialisierung, Strukturbruch und Strukturwandel in deutsch-deutscher sowie gesamtdeutscher Perspektive.

Programm

Mittwoch, 19. Juni 2024

18.00 bis 20.00 Uhr.
Abendveranstaltung: Strukturwandel, Strukturbruch, Transformation. Wirtschaftlicher Wandel zwischen Ost- und Westdeutschland.

Veranstaltungsort: Aula, Löwengebäude, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale).


Grußworte und Einführung.

Podiumsdiskussion: Der Ort von Strukturwandel und Deindustrialisierung in der gesamtdeutschen Erinnerung. Moderation: Juliane Tomann (Regensburg), Marcus Böick (Cambridge), Robert Lorenz (Cottbus), Susanne Richter (Zweckverband Sächsisches Industriemuseum), Willi Kulke (Ziegelei Lage, LWL-Museen für Industriekultur. Westfälisches Landesmuseum).

Imbiss und Austausch.


Donnerstag, 20. Juni 2024

9.00 bis 9.30 Uhr.
Stefan Berger, Stefan Goch, Jan Kellershohn: Einführung.


Panel I: Diversifizierte Industrieregionen

9.30 bis 12.00 Uhr – Moderation: Johanna Keller (Halle [Saale]).

Marcus Mühlnickel (Thurnau): Regression oder Transformation? Strukturwandel in Oberfranken.

Jessica Lindner-Elsner (Eisenach): Transformation der Automobilindustrie in Thüringen – Der Standort Eisenach seit 1989 bis heute.

Christian Kleinschmidt (Marburg): Doppelter Strukturwandel in Mittelhessen: Industrielle Transformation und Rüstungskonversion am Beispiel der Region Gießen-Wetzlar.

Manuel Schramm (Chemnitz): Erhalt industrieller Kerne? Der Strukturwandel in der westsächsischen Textilindustrie und im Chemnitzer Maschinenbau seit 1989.


12.00 bis 13.00 Uhr – Mittagessen.


Panel II: Junge und alte Montanregionen

13.00 bis 15.00 Uhr – Moderation: Marcus Böick (Cambridge).

Sabine Loewe-Hannatzsch (Freiberg): Strukturwandel in den Gebieten des Uranerzbergbaus der SDAG Wismut in Sachsen und Thüringen.

Stefan Berger (Bochum), Stefan Goch (Düsseldorf): Das Ruhrgebiet: Rheinischer Kapitalismus und Korporatismus als Politikmodell.

Thomas Schlemmer (München): Die Tür in die Zukunft. Das Ende des Kohlebergbaus und der Strukturwandel in Oberbayern 1962 bis 1982.


15.00 bis 15.30 Uhr – Kaffeepause.


Panel III: Strukturwandel im Grenzgebiet

15.30 bis 17.00 Uhr – Moderation: Christian Rau (Berlin).

Hans-Christian Herrmann (Saarbrücken): Strukturkrisen im Saarland 1959 bis 1998. Strukturwandel im Zeichen von Korporatismus und einem Primat der Politik.

Jonas Jung (Berlin): Aus zwei mach eins – der dreifache Strukturwandel Berlin.


17.00 Uhr: Führung durch das Landesmuseum für Vorgeschichte und anschließendes Abendessen.


Freitag, 21. Juni 2024

Panel IV: Braunkohlenreviere

9.30 bis 12.00 Uhr – Moderation: Isabell Schmock-Wieczorek (Halle [Saale]).

Martin Baumert (Leipzig): Vom wilden Strukturbruch zum moderierten Strukturwandel? Ökonomische Chancen und Risiken der Lausitz 1990 bis 2030.

Christa Reicher (Aachen): Rheinisches Revier. Vom Ende der Braunkohle, den Herausforderungen des Strukturwandels und möglichen Zukunftswegen.

Jan Kellershohn (Halle [Saale]): Transformierte Tradition. Braunkohlenbergbau und Chemieindustrie im mitteldeutschen Industrierevier.

Benedikt Ertl (Thurnau): Der ›König der Oberpfalz‹ ist tot – Strukturwandel und Protest in der oberpfälzer Montanindustrie.


12.00 bis 13.00 Uhr – Mittagessen.


Panel V: Küstenregionen und Werftindustrie

13.00 bis 15.00 Uhr – Felix Schiedlowski (Halle [Saale]).

Johanna Wolf (Frankfurt am Main), Harald Wixforth (Bremen): In rauer See. Der schwierige Strukturwandel in der Bremer Schiffbauindustrie von den 1960er bis in die 1980er Jahre.

Nora Küttel (Halle [Saale]): Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990: Über 30 Jahre zwischen Hoffnung und Ernüchterung.

Christoph Strupp (Hamburg): Maritime Traditionen und wirtschaftlicher Strukturwandel in Hamburg seit den 1960er Jahren.


15.00 bis 15.30 Uhr – Abschlussdiskussion und Ausblick.

wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Stefan Berger
Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Stefan Goch
Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen

Dr. Jan Kellershohn
Abteilung ›Institut für Landesgeschichte‹, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an landesgeschichte@lda.stk.sachsen-anhalt.de bis zum 9. Juni 2024.

Kontakt

Dr. Jan Kellershohn
+49 345 29397-96
+49 160 94411836
jkellershohn@lda.stk.sachsen-anhalt.de

Veranstalter

Abteilung ›Institut für Landesgeschichte‹ des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Veranstaltungsort

Hörsaal des Landesmuseums für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)

Die Abendveranstaltung am Mittwoch, den 19. Juni 2024, findet davon abweichend statt in der Aula des Löwengebäudes der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale).

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