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Jäger am Unstruttal

Nahe Nebra ragt ein Bergsporn in das Tal der Unstrut, von dem man die umliegenden Täler und Höhenrücken hervorragend überblicken kann. Diese Rundsicht war es wohl auch, die vor ungefähr 15.000 Jahren eine kleine Gemeinschaft eiszeitlicher Menschen veranlasste, dort über Jahre hinweg immer wieder einen Lagerplatz aufzuschlagen. Sie gewährleistete eine ständige Beobachtung der Wildwechsel von Rentier- und Pferdeherden, die durch die Tallandschaft oder über die Höhenflächen führten.

In einer windgeschützten Mulde konnten Reste eines Wohnsitzes entdeckt werden, auf dem ehemals wohl ein sechs bis sieben Meter im Durchmesser messendes Kuppelzelt stand. Innerhalb des noch erhaltenen halbrunden Grundrisses fanden sich mehr als 12.000 Steinartefakte und mehr als 5.000 Tierknochen, die teils als Speisereste, teils als Abfall von der Pelzverarbeitung interpretiert werden. Das Zeltareal war erkennbar in drei Zonen eingeteilt: Ruhe-, Aktivitäts- und Feuerbereich.

Es sind auch Hinweise auf die magisch-religiösen Vorstellungen der einstigen Bewohner erkennbar: Drei stilisierte Frauenfigürchen sowie eine weitere anthropomorph anmutende Wesensdarstellung lagen jeweils am Boden einer Grube, zusammen mit anderen, wohl speziell ausgewählten Objekten. Vorstellbar sind schamanistische und animistische Riten, welche die Beseelung der Umwelt reflektierten und Kontakt suchten zu jenseitigen Welten. Für die Jäger und Sammler am Unstruttal war diese geistige Welt unzertrennbar verflochten mit ihrem alltäglichen Leben.

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