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Geisteskraft

Alt- und Mittelpaläolithikum

ca. 400.000 bis 40.000 Jahre vor heute

Im ersten Ausstellungsabschnitt begeben Sie sich an die Wurzeln der europäischen Menschheitsgeschichte. Die Altsteinzeit (Paläolithikum) ist die Epoche der Sammler und Jäger. Es ist die längste und gleichzeitig auch die entscheidende Phase der menschlichen Evolution. In der Auseinandersetzung mit der natürlichen Umwelt mussten die Urmenschen immer wieder auf neue Herausforderungen angemessen reagieren. In jenem Zeitalter bildeten sich die spezifischen Fähigkeiten des Menschen aus, wie etwa körperliche Ausdauer, geistige Beweglichkeit, Gestaltungskraft und komplexes Gemeinschaftsverhalten. Viele Aspekte unseres Verhaltens wie auch unserer leiblichen und seelischen Bedürfnisse sind das Erbe der urzeitlichen Wildbeuter. Der Schlüssel zum eigentlichen Verständnis des Menschen liegt in der Altsteinzeit.

Unsere Sammlung zum Paläolithikum ist eine der ältesten und umfangreichsten ihrer Art in Europa. Einige der bekanntesten Inventare von Fundstellen wie Bilzingsleben, Neumark-Nord, Weimar-Ehringsdorf, Gröbern, Königsaue und Ranis sind hier zu sehen.

Aha! Menschen überall

Die nahezu weltweite Verbreitung des Menschen ist ein Erbe aus der Altsteinzeit. Diese Expansion wäre allein durch biologische Anpassung nie gelungen. Alle anderen Lebewesen sind durch ökologische Faktoren, wie etwa Klima oder Nahrungsspezialisierung, in ihrer Ausbreitung eingeschränkt. Dank ihres Verstandes und ihrer Handfertigkeit erschlossen sich jedoch die Urmenschen immer neue, auch ungünstige und ungewohnte Lebensräume. Die bewusste Auseinandersetzung mit den jeweiligen Umweltbedingungen erforderte geistige Flexibilität, soziale Organisation und ein komplexes Mitteilungsvermögen. Die Urmenschen entwickelten Techniken und Taktiken um sich zu ernähren, zu wärmen und ihr erworbenes Wissen und Können auszutauschen. Mit ihren Strategien begannen sie, sich von der Natur unabhängig zu machen. Über das bloße individuelle Überleben hinausgehend, legten sie die Fundamente menschlicher Kultur.

Abbildung: Eine Neandertalergruppe unterwegs beim Lesen einer Fährte. Frauen und Männer haben ebenbürtig zur Ernährung beigetragen. © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Karol Schauer.


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