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Die Prinzessin von Profen

Die Grabausstattungen des Gräberfeldes von Profen im Burgenlandkreis dokumentieren das Zusammenwachsen verschiedener Gemeinschaften zu einem neuen Stamm, der seit 3 v. Chr. erstmals unter dem Namen Hermunduren erwähnt ist. Über knapp 200 Jahre wurden hier ohne Unterbrechung über 500 Personen bestattet.

Eine weitere Besonderheit dieses Fundkomplexes ist die Bestattung einer hochrangigen Edelfrau der donauländischen Quaden.

Warum lag die sogenannte ›Prinzessin‹ rund 450 Kilometer Luftlinie von ihrer westkarpatischen Heimat entfernt jenseits des Mittelgebirges bei Profen inmitten eines hermundurischen Gräberfeldes? Die eingeäscherte 30- bis 40-Jährige war mit majestätischem Geschmeide prunkvoll in einem römischen Bronzekessel bestattet. Trachttypische Accessoires verraten ihre Herkunft. Menge und Qualität der Gold- und Silberbeigaben zeigen, dass sie aus der Königssippe stammte.

Der Zeitpunkt ihrer Beisetzung Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. fällt genau in die Ereignisse, als die Hermunduren den Quaden im Thronstreit beistanden – ein Waffenbündnis, das auf höchster Ebene geschlossen wurde. Infolge dieser Unterstützung dürfte die Dame zur Bekräftigung des Sippenvertrages standesgemäß mit einem hiesigen Prinzen vermählt worden sein: 50 n. Chr. gewährte der Hermundurenfürst Vibilius den quadischen Prinzen Vangio und Sido militärische Hilfe, um ihren Onkel Vannius zu stürzen, den die Römer 19 n. Chr. als Klientelkönig der Quaden eingesetzt hatten. Führte dieses Bündnis die quadische Prinzessin an die Weiße Elster?

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